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Heute ist der „Safer-Internet-Day“ – Darum ist Datenschutz wichtiger als jemals zuvor

Datenschutz ist und bleibt ein hochrelevantes Thema, denn trotz aller politischer und rechtlicher Bemühungen herrscht noch immer viel zu viel Unwissen. Getreu dem Motto „ich habe doch nichts zu verbergen“ gehen viele User vor allem im Internet unachtsam mit ihren sensiblen persönlichen Daten um. Darauf will der „Safer Internet Day“ aufmerksam machen und wir möchten uns im Rahmen dieser Kampagne daran beteiligen, denn uns liegt der Schutz Ihrer Daten ganz besonders am Herzen.

Was ist der Safer Internet Day?

Wir produzieren heutzutage mehr Daten denn je. Nicht nur aktiv, indem wir Dokumente schreiben, in den sozialen Medien aktiv sind, Bilder machen oder E-Mails versenden, sondern zunehmend auch passiv bspw. durch die reine Nutzung von Geräten, Webseiten oder Dienstleistungen. Wir hinterlassen täglich Unmengen an digitalen Spuren, von denen wir meist nicht mal etwas wissen. Aber was sind das für Daten und warum ist deren Schutz wichtiger denn je? Erfahren Sie in diesem Artikel warum Datenschutz jeden betrifft.

Der Safer Internet Day ist ein internationaler Aktionstag, der jedes Jahr Mitte Februar stattfindet. Der „Safer Internet Day“ soll daran erinnern, dass Datensicherheit nicht nur ein Anliegen von Spezialisten sein sollte, sondern relevant ist für jeden von uns. Im Rahmen von Konferenzen und vielen Events in Politik und Wirtschaft wird ein sicherer und verantwortungsvoller Umgang v.a. mit dem Internet und internetbasierten Technologien thematisiert und darauf aufmerksam gemacht, dass das Thema Datenschutz für eine geschützte Privatsphäre und damit für eine funktionierendes demokratisches Miteinander von essenzieller Bedeutung ist.

Ihre Daten sind wertvoll

Die modernen Digitaltechnologien eröffnen uns grenzenlose Horizonte an Möglichkeiten und viele Anbieter im Web werben zudem mit kostenlosen webbasierten Diensten – aber sind Produkte wie kostenlose Mailservices, Social Media und Co. denn wirklich kostenlos? Wovon leben diese Unternehmen denn dann, was ist das eigentliche Produkt mit dem sie Geld verdienen?

Es sind personenbezogene Daten die die Anbieter durch die Nutzung gewinnen. Ihre Daten sind das Kapital, mit dem gehandelt wird. Denn letztlich ist es auch bei diesen Diensten nur ein ganz normales Tauschgeschäft, im Gegenzug der Leistungserbringung erhalten die Anbieter ganz automatisch Nutzungsdaten, Profildaten, Kontaktdaten und wahrhaft unüberschaubare Mengen an weiteren Metadaten über uns und unsere Interessen und Verhalten. Diese Daten lassen sich hervorragend an Werbetreibende und sonstige Interessierte weiterverkaufen.

Unfassbare Datenmengen: Die Wissensexplosion

Die Menge an Daten, die täglich pro Kopf produziert und gespeichert wird, nimmt exponentiell zu. Man spricht daher auch von einer „Wissensexplosion„, denn ungefähr alle 8 Jahre verdoppelt sich das Wissen der Welt. Aber was sind das für Daten? Es werden doch heutzutage nicht mehr Bücher geschrieben als vor 20 Jahren?

  • 2003: In der Menschheitsgeschichte bis 2003 war das Wissen der Welt äquivalent zu 5 Exabyte Daten
  • 2010: Ab 2010 entstehen bereits alle 2 Tage weitere 5 Exabyte an Daten
  • 2017: Ab 2017 entstehen schon alle paar Stunden weitere 5 Exabyte. Tendenz steigend.

Meist handelt es sich bei diesen Daten überwiegend um sogenannte Metadaten, die automatisch generiert werden. Beispielsweise bei jedem Besuch einer Webseite, beim Verwenden des Handys, beim Besuch beim Arzt oder beim Kauf mit der Kreditkarte. Nahezu alle Vorgänge, die digital erfolgen, werden protokolliert, dokumentiert und gespeichert. Nicht nur, weil diese Daten immer sinnvoll sind und wirklich ausgewertet werden, sondern in der Vergangenheit auch schlicht und ergreifend, weil es so einfach ist sie zu erheben. Dieser Datensammelwut wurde jedoch 2018 durch eine neue Gesetzgebung zur Datensparsamkeit Einhalt geboten (vgl. DSGVO).

„Between the dawn of civilization and 2003, we only created five exabytes; in 2010 we’re creating that amount every two days. By 2020, that figure is predicted to sit at 53 zettabytes (53 trillion gigabytes) – an increase of 50 times”

Hal Varian, Chief Economist at Google

Datenschutz wird immer komplexer

Mancher erinnern sich vielleicht an die 2018 eingeführte neue Datenschutzgrundverordnung, die den Anwendern mehr Rechte hinsichtlich des Umgangs mit ihren Daten einräumt. Am sichtbarsten wurde das Ganze wohl dadurch, dass viele Unternehmen uns Endverbraucher darum gebeten hatten, eine erneute Einwilligung für den Empfang von Newslettern zu erteilen. Aber die DSGVO war mehr als das. Sie ist der dringend notwendige Schritt hin zu mehr Datensicherheit und ein wichtiger Weg gegen die ungebremste „Archivierungslust“ vieler Unternehmen.

Daten werden stetig komplexer und die Prozesse ihrer Erhebung ebenfalls. Reichten 1995 noch wenige Anordnungen für einen geregelten Umgang mit Daten in IT Systemen, so waren es bereits 2005 fünfzigmal so viele empfohlene Maßnahmen. Heutzutage reicht kein einzelnes Kompendium mehr aus, um die Vorgaben zu fassen.

Safer Internet Day - Datenschutz erfordert Wissen über Datensicherheit
Normative Vorgaben für Informationssicherheit (BSI-Standard):

Darum ist Datenschutz so wichtig – gerade wenn man nichts zu verbergen hat

Das Gefühl der Sicherheit unterliegt einer kontinuierlichen Dynamik. Bspw. durch Änderungen im wahrgenommenen Bedrohungs- und Gefährdungsbild, durch Gesetze oder durch technischen Fortschritt. Die Selbstbestimmung bei der freien Entfaltung der Persönlichkeit jedoch kann jedoch auch gefährdet sein durch die Bedingungen der modernen Datenverarbeitung. Wer nicht weiß oder beeinflussen kann, welche Informationen bezüglich seines Verhaltens gespeichert und vorrätig gehalten werden, wird aus Vorsicht sein Verhalten anpassen.

Wenn wir uns jedoch aus Vorsicht vor nicht abschätzbaren Konsequenzen heraus anders verhalten als wir es sonst tun würden, beeinträchtigt das nicht nur unsere individuelle Handlungsfreiheit, sondern auch das Gemeinwohl, da ein freiheitlich demokratisches Gemeinwesen der selbstbestimmten Mitwirkung seiner Bürger bedarf.

Datenschutz und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung