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Wer bin ich und was will ich? Eigene Stärken und Schwächen erkennen

Uns selbst gegenüber sind wir meist am kritischsten, dabei besitzt jeder von uns wertvolle Eigenschaften, Kompetenzen und Fähigkeiten, die uns von anderen unterscheiden. Wer um seine Stärken und Schwächen weiß, wirkt nicht nur selbstbewusst und authentisch, sondern hat erfahrungsgemäß auch beruflich die besten Karten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie man die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen erkennt und am besten für sich nutzt.

Das Licht unter dem Scheffel

Es ist tatsächlich auch ein kulturell geprägtes Phänomen: Während es beispielsweise in den USA selbstverständlich ist, im Bewerbungsverfahren ungeniert über individuelle Stärken zu sprechen, herrscht im deutschsprachigen Raum eine auffällig selbstkritische Bescheidenheit. Dabei gibt es häufig genug Anlass dafür, sich nicht auf das zu konzentrieren, das einem nicht so liegt. Denn die Auseinandersetzung mit den Dingen die man besonders gut beherrscht, begünstigt eine nachhaltig sinnvolle und erfüllende Berufswahl.

„Menschen sind zufriedener mit ihrem Arbeitsplatz, wenn sie beruflich das tun dürfen, was sie am besten können.“

Gallup-Institut, 2019

Zudem zeigen zahlreiche Studien, dass Arbeitnehmer immer dann glücklicher im Job sind, je eher die Anforderungen im Beruf den eigenen Fähigkeiten und Neigungen entsprechen. Authentizität ist also Trumpf, das zeigt sich bereits im Bewerbungsgespräch, aber umso mehr auch grundsätzlich bei der Berufswahl.

Stärken kennen und im Beruf erfolgreich sein.
Wer seine Stärken kennt ist klar im Vorteil

Es gibt also gute Gründe, es tunlichst zu vermeiden, das sprichwörtliche „Licht unter den Scheffel“ zu stellen. Vielmehr gilt es, diejenigen Aufgaben zu erkennen, deren Bearbeitung uns besonders viel Spaß macht. Das macht gleich doppelt Sinn: Wenn wir das tun, was wir gut können, sind wir nicht nur glücklicher, sondern erledigen unsere Arbeit auch besser. Das wiederum bringt Erfolgserlebnisse und motiviert zusätzlich.

Eigene Stärken erkennen

Wie so oft ist es gar nicht so schwer, wie es scheint, die eigenen Stärken zu identifizieren. Beispielsweise hilft es, sich einfach darauf zu besinnen, welche Tätigkeiten einem liegen und was einem im Berufsleben grundsätzlich Spaß macht. Dabei hilft oft auch der Blick in die Vergangenheit. Womit hat man gern und besonders viel Zeit verbracht und in welchen Bereichen hat man sich fühlbar weiterentwickelt? Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Talente keine Übung brauchen. Aber wenn unserer Energie in eine Aufgabe fließt die zusätzlich Freude bereitet, dann sind wir eher bereit auch mal Rückschläge auszuhalten und unsere Motivation an persönlicher Entwicklung zu behalten.

Diese Fragen können helfen

Die für eine Selbsteinschätzung notwendige Selbstreflexion lässt sich glücklicherweise relativ gut steuern. Mit folgenden Leitfragen sollten Sie relativ schnell Themenfelder identifizieren, die es sich genauer anzuschauen lohnt.

  • Welche Aufgaben bringen Ihnen besonders viel Spaß?
  • Wofür haben Sie in der Vergangenheit besonders viel Zeit aufgewandt?
  • In welchen Bereichen haben Sie eine sichtbare Entwicklung erlebt?
  • Wo liegen Ihre Interessen?
  • Fragen Sie andere Menschen, die Sie gut kennen, welche Stärken sie Ihnen zuschreiben.
  • Welche Dinge gehen Ihnen einfach von der Hand?
  • Bei welchen Themen werden Sie häufig von anderen um Hilfe gebeten?
  • Achten Sie auf die Situationen, in denen Sie bei anderen Menschen ungeduldig werden, wenn diese etwas nicht so gut können. Dies ist oft ein Hinweis daraus, dass Sie wissen, wie etwas besser zu erledigen ist.

Schwerpunktthemen

Die folgenden Anregungen können zudem helfen, Bereiche zu benennen in denen die eigenen Schwerpunkte und Interessen liegen. Unsere Themen-Übersicht hilft dabei, zu prüfen in welchen Kompetenzbereich man sich wohlfühlen könnte. Idealerweise wendet man die vorgenannten Fragen auf die nachfolgenden Bereiche an und erhält schon einen guten ersten Einblick darin, was einem liegen könnte und um welche Aufgabenbereiche man bei der Jobsuche lieber einen großen Bogen machen sollte. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient lediglich einer ersten Orientierung zum Einstieg.

  • Organisatorisches (Logistik, Koordination etc.)
  • Zahlen, Logik und analytische Themen
  • Handwerk (bauen, basteln, reparieren usw.)
  • Umgang mit Daten und Informationen (Recherchen, Lernen, Wissensmanagement usw.)
  • Computern und Technik (Umgang mit Maschinen, EDV und elektrotechnischen Geräten)
  • Sozialer und zwischenmenschlicher Bereich (Beratung, Verhandlung, Betreuung usw.)
  • Sprachen (Fremdsprachen oder Schreiben)
  • Bildung, Lehre und Ausbildung (erklären, vormachen, beschreiben, vermitteln)
  • Kreativer Bereich: Musik und Kunst
  • Unternehmerischer Bereich (Kaufmännischer Bereich, Management)
  • Körperbetonter Bereich (z.B. Logistik, Sport oder Tanzen)

Der richtige Umgang mit Schwächen

Verabschieden Sie sich von destruktivem Defizitdenken. Nehmen Sie Ihre Schwächen an als das was sie sind, nicht als Fehler, sondern als Potenziale. Man sollte daher sehr vorsichtig unterscheiden. Zum einen gibt es immer Anforderungen, die einem nicht liegen und mit denen man sich im Berufsalltag grundsätzlich gar nicht beschäftigen möchte, zum anderen gibt es jedoch auch Kompetenzen, die es sich immer weiterzuentwickeln lohnt.

Ein gewinnbringender Umgang mit persönlichen Schwächen bedeutet also nicht, dass man in allen Anforderungsbereichen zum Experten werden muss. Im Gegenteil, fokussieren Sie sich eher auf das, was Sie können, als darauf was Sie gar nicht wollen. Die Suche nach Fehlern mag zwar in der Qualitätssicherung von Unternehmen zu hochwertigen Produkten führen, aber für den Aufbau eines gesunden Selbstwertgefühls ist es meist konstruktiver, Bereiche zu identifizieren, in denen Sie sich auch weiterentwickeln möchten.

Passung schaffen zwischen Position und Potenzial

Grundsätzlich gilt, dass die richtige Einschätzung der eigenen Potenziale und Fähigkeiten eine wesentliche Voraussetzung für die Auswahl eines erfüllenden Berufs ist. Die Reflexion des eigenen Tuns sollte jedoch immer mal wieder erfolgen, Schwerpunkte können sich ändern und Fähigkeiten und Interessen verlagern. Wer aufmerksam mit sich umgeht, hat jedoch die besten Chancen einen Beruf zu finden, der nicht nur glücklich macht, sondern auch Spaß und Erfolg bringt.

Daher sollte man sich grundsätzlich auch fragen, ob man das, was man besonders gut beherrscht, im aktuellen Job überhaupt wirklich anwenden kann. Kommen die eigenen Stärken überhaupt zur Geltung oder gibt es eine Differenz zwischen Fähigkeiten und Anforderungen? Wenn ja kann es sinnvoll sein, einmal kurz innezuhalten und die Passung zwischen sich und dem aktuellen Job zu hinterfragen. Möglicherweise ist es Zeit für eine Veränderung. Bei Heidrun Jürgens Personaldienstleistungen erhalten Bewerber eine kostenlose Beratung, wir können Ihnen dabei helfen, Ihre Karriere auf Ihre Persönlichkeit abzustimmen.